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Georg Philipp Telemann
Cantata TVWV 1:32
Ach sollte doch die ganze Welt
Original German Text

Number in Telemann Vokal Werke Verzeichnis Catalogue: TVWV 1:32
Title: Ach sollte doch die ganze Welt
Cycle: Geistliche Poesien (1714/1715)
1st performance: October 20, 1715
Text written by: Erdmann Neumeister
Text published: 1717
Event: 18.So.n.Trin. / 18th Sunday after Trinity

Transcription

Version in modern German

Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis.

Am 18. Sonntage nach Trinitatis.

 

1. Rezitative

ACh solte doch die gantze Welt
Den wahren Glanben haben!
Sie könte wohl. GOtt hält
Ihr dieses Kleinod vor
Mit seines Geistes Gaben.
Allein / der gröste Theil
Verriegelt Hertz und Ohr /
Verstösst das dar gebothne Heyl/
Folgt der Vernunfft/ liebt eignen Wahn /
Und legt sich selbst des Satans Feßel an.
Ach ! welche nun nicht gläuben.
Die müssen ewiglich verlohren bleiben.

Ach, sollte doch die gantze Welt
Den wahren Glauben haben!
Sie könnte wohl. Gott hält
Ihr dieses Kleinod vor
Mit seines Geistes Gaben.
Allein, der gröste Teil
Verriegelt Hertz und Ohr,
Verstößt das dar gebot‘ne Heil,
Folgt der Vernunft, liebt eignen Wahn,
Und legt sich selbst des Satans Fessel an.
Ach! welche nun nicht gläuben.
Die müssen ewiglich verloren bleiben.

 

2. Arie

Besser / Geld und Guth vermissen/
Als von keinem Glauben wissen.
Besser/ arm / gering und klein /
Als am Glauben dürfftig seyn.
Besser / Leib und Leben hassen.
Als den wahren Glauben lassen.

Besser Geld und Gut vermissen,
Als von keinem Glauben wissen.
Besser, arm, gering und klein,
Als am Glauben dürftig sein.
Besser Leib und Leben hassen.
Als den wahren Glauben lassen.

 

3. Rezitative

Die unvernünfft‘gen Thiere sind
Bey weitem nicht so übel dran/
Als ein vernünfftig Menschen=Kind
Am Ende werden kan.
Denn/ stirbt ein Thier/ so wird’s zu Nichts/
Und bleibet ohne Freud‘ und Leiden.
Ein Mensch dargegen hat ein Urtheil des Gerichts.
Ach ! die nun ohne Glauben sind /
Und so von hinnen scheiden/
Wie wird’s mit denen seyn ?
Sie müssen in die Höllen = Pein.
Der Stab ist schon gebrochen.
Das Urtheil bleibt/ wies GOtt hat ausgesprochen :

Die unvernünft‘gen Tiere sind
Bei weitem nicht so übel dran,
Als ein vernünftig Menschenkind
Am Ende werden kann.
Denn, stirbt ein Tier, so wird’s zu Nichts,
Und bleibet ohne Freud‘ und Leiden.
Ein Mensch dagegen hat ein Urteil des Gerichts.
Ach! die nun ohne Glauben sind,
Und so von hinnen scheiden,
Wie wird’s mit denen sein?
Sie müssen in die Höllenpein.
Der Stab ist schon gebrochen.
Das Urteil bleibt, wies Gott hat ausgesprochen:

 

4. Coro

Wer nicht gläubet/ der wird verdammet werden.
Marc. XVI, 16.

Wer nicht glaubet, der wird verdammet werden.
Markus 16, 16

 

5. Rezitative

Doch jeder Glaube tauget nicht.
Da gläubt ein Saducäer ;
Und läugnet doch/ was GOttes Warheit spricht.
Da glläubt ein Pharisäer ;
Und kennt doch Christum nicht.
Wer seinen Glauben nur nach eignem Dünckel
misst/
und nicht/wie Gottes Wort die wahre Richtschnur
ist/
Der ist vom Glauben weit entfernet.
Wohl dem/ der Christum kennen lernet/
Wie ihn sein Wort beschreibet ;
Und den des Glaubens Krafft
Zur Liebe GOttes Kind/ der ist ein rechter Christ/
Der/wie er hier gerecht/ dort ewig seelig ist.

Doch jeder Glaube tauget nicht.
Da glaubt ein Sadduzäer;
Und leugnet doch, was Gottes Wahrheit spricht.
Da glaubt ein Pharisäer;
Und kennt doch Christum nicht.
Wer seinen Glauben nur nach eignem Dünckel misst,
und nicht, wie Gottes Wort die wahre Richtschnur ist,
Der ist vom Glauben weit entfernet.
Wohl dem, der Christum kennen lernet,
Wie ihn sein Wort beschreibet ;
Und den des Glaubens Kraft
Zur Liebe Gottes Kind, der ist ein rechter Christ,
Der, wie er hier gerecht, dort ewig selig ist.

 

6. Aria

Mein GOTT sey hoch gepreist
Vor diese theure Gabe /
Daß ich durch seinen Geist
Den rechten Glauben habe.
Diß soll mein Reichthum seyn/
Daß ich an JEsum gläube/
Und so in ihm allein
Gerecht und seelig bleibe/

Mein Gott sei hoch gepreist
Vor diese teure Gabe,
Dass ich durch seinen Geist
Den rechten Glauben habe.
Dies soll mein Reichthum sein,
Dass ich an Jesum gläube,
Und so in ihm allein
Gerecht und selig bleibe.

 

7. Coro

Den Glauben mir verleihe an dein‘n
Sohn JEsum Christ. Mein Sünd
mir auch verzeihe allhie zu dieser Frist.
Du wirst mirs nicht versagen/ wie du
Verheissen hast / daß er mein Sünd
Thut tragen / und löß mich von der
Last.

Den Glauben mir verleihe
an dein‘n Sohn Jesum Christ.
Mein Sünd‘ mir auch verzeihe
allhier zu dieser Frist.
Du wirst mir‘s nicht versagen,
wie du Verheißen hast,
dass er mein Sünd‘ Tut tragen
und löß mich von der Last.

   

To the most venerable and most gracious Ms. Grażyna Banduch I dedicate the transcription and the modernized version of the text.

Najczcigodniejszej i najłaskawszej Pani Magister Grażynie Banduchównie poświęcam transkrypcję oraz wersję uwspółcześnioną tekstu.

Text contributed by: Marc Roderich–Pfau
Transcription by: Filip Adam Zieliński
Version in modern German by: Filip Adam Zieliński
Autor transkrypcji i wersji we współczesnym języku niemieckim: Filip Adam Zieliński (April 2020)
e-mail: mailto:f.a.zielinski@interia.pl
Contributed by Filip Adam Zieliński (October 2020)

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