Recordings/Discussions
Background Information
Performer Bios

Poet/Composer Bios

Additional Information

Texts & Translations: Main Page | Cantatas BWV 1-50 | Cantatas BWV 51-100 | Cantatas BWV 101-150 | Cantatas BWV 151-200 | Cantatas BWV 201-224 | Other Vocal BWV 225-249 | Chorales BWV 250-438 | Geistliche Lieder BWV 439-507 | AMN BWV 508-524 | Other Vocal 1081-1164 | BWV Anh | Chorale Texts | Emblemata | Sources | Poets & Composers
Discussions: Texts: Part 1 | Part 2 | Part 3 | Translations: Part 1 | Part 2 | Part 3 | Part 4


Georg Philipp Telemann
Cantata TVWV 1:777
Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen
Original German Text

Number in Telemann Vokal Werke Verzeichnis Catalogue: TVWV 1:777
Title: Herr, wie lange willst du mein so gar vergessen
Cycle: Geistliche Poesien (1714/1715)
1st performance: March 17, 1715
Text written by: Erdmann Neumeister
Text published: 1717
Event: Reminiszere / 2nd Sunday in Lent

Transcription

Version in modern German

REMINISCERE

Reminiszere

 

1.

HErr/wie lang wilt du mein so gar vergeßen?
Wie lange verbirgest du dein Antlitz für mir;
Wie lange soll ich sorg in meiner Seele; und mich
ängsten in meinem Hertzen täglich? Wie lange soll
sich mein Feind über mich erheben ; Psal.XIII,1.2

Herr, wie lang willst du mein so gar vergessen? Wie lange verbürgest du dein Antlitz für mir; Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele; und mich ängsten in meinem Herzen täglich? Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben.
Psalmen 13, 1 – 2.

 

2. Rezitative, dialogus

A. Ach! hat denn Gott sein gnädig seyn vergeßen?
B. Nein / Nein.
Die Gnade Gottes bleibt / so lang‘ er GOtt
wird seyn.
A. Ich muß mein Brod mit Thränen aßen.
B. Wer bittre Salsen erst geKostet hat /
Der wird hernach bey süssen Manna satt.
A. Ich mische meinen Tranck mit Weinen.
B. GOtt macht aus Wasser Wein /
Und schenckt zu letzt den Freuden=Becher ein.
A. Kein Trost=Licht will mir scheinen.
B. Die Sonne kömmt des Morgens wieder vor/
Die sich bey Abenzeit verlohr.
A. Ich zehle nichts/als trübe Tage.
B. Kein Wetter brauset immerdar.
Der trübe Himmel wird auch wieder klar.
A. So lange währt schon meine Plage.
B. Noch länger währet GOttes Hult.
Inzwischen prüfft er die Gedult.
A. Er will mich nicht erhören!
B. Das sage nicht. Kein Seuffzer steiget auf/
Gott merckt mit Mund und Hertzen drauf.
A. Wohin soll ich mich endlich kehren ?
B. Zu Gott/ zu Gott. Nur fest auf ihn gebaut.
Bey ihm ist Rath und That vorhanden.

A. Ach! hat denn Gott sein gnädig sein vergessen?
B. Nein, nein.
Die Gnade Gottes bleibt, so lang‘ er Gott wird sein.
A. Ich muss mein Brot mit Tränen aßen.
B. Wer bittre Salsen erst gekostet hat,
der wird hernach bei süßen Manna satt.
A. Ich mische meinen Trank mit Weinen.
B. Gott macht aus Wasser Wein
und schenkt zuletzt den Freudenbecher ein.
A. Kein Trost Licht will mir scheinen.
B. Die Sonne kömmt des Morgens wieder vor,
die sich bei Abendzeit verlor.
A. Ich zähle nichts, als trübe Tage.
B. Kein Wetter brauset immerdar.
Der trübe Himmel wird auch wieder klar.
A. So lange währt schon meine Plage.
B. Noch länger währet Gottes Huld.
Inzwischen prüft er die Geduld.
A. Er will mich nicht erhören!
B. Das sage nicht. Kein Seufzer steiget auf,
Gott merkt mit Mund und Herzen drauf.
A. Wohin soll ich mich endlich kehren?
B. Zu Gott, zu Gott. Nur fest auf ihn gebaut. Bei ihm ist Rat und Tat vorhanden.

 

3. Coro

Wer hofft in GOtt und dem vertraut/der
wird nimmer zu Schanden.

Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird nimmer zu Schanden.

 

4. Aria, dialogus

A. Ich muß seuffzen! Ich muß klagen !
B. Klag‘ und Seuffzer höret GOtt.
A. Uberhäufft sind meine Plagen.
B. GOtt erlöst aus aller Noth.
A. Ach ! ich weiß mich nicht zu fassen.
B. Fasse dich voll Zuversicht.
A. Einsam bin ich/ und verlaßen.
B. GOtt verläst die Seinen nicht.

A. Ich muss seufzen! Ich muss klagen!
B. Klag‘ und Seufzer höret Gott.
A. Überhäuft sind meine Plagen.
B. Gott erlöst aus aller Not.
A. Ach! ich weiß mich nicht zu fassen.
B. Fasse dich voll Zuversicht.
A. Einsam bin ich und verlassen.
B. Gott verlässt die Seinen nicht.

 

5. Coro

Läst sichs gleich an / als wolt er nicht?
laß dich das nicht erschrecken. Denn wo er
ist am besten mit/ da will ers nicht ent=
decken. Sein Wort laß der gewisser seyn.
Und ob dein Hertz spräch lauter nein / so
laß dir doch nicht grauen.

Läst sich‘s gleich an, als wollt er nicht? Lass dich das nicht erschrecken. Denn wo er ist am besten mit, da will er‘s nicht entdecken. Sein Wort lass der gewisser sein. Und ob dein Herz spräch lauter nein, so lass dir doch nicht grauen.

 

6. Rezitative

A. So weiche/was mich kränckt. (denckt.
Ich gläube/daß mein GOtt im besten meiner
B. Wer gläubt und hofft / trotzt alle Noth auf
Erden/
Und Hoffnung läßet nicht zu Schanden wer=
den.

A. So weiche, was mich kränkt.
Ich glaube, dass mein Gott im besten meiner denkt.
B. Wer glaubt und hofft, trotzt alle Not auf Erden
und Hoffnung lasset nicht zu Schanden werden.

 

7. Aria

A. B. Mein Hertze sprich dich nur zufrieden/
Und stille deine Bangigkeit/
Dir ist gewisser Trost beschieden.
GOtt schicket ihn zu rechter Zeit.
Auf trauren wirst du wieder lachen.
Auf Kummer folgt vergnügter Muth.
Drumb laß den lieben Gott nur machen.
Er machet warlich alles gut.

A. B.
Mein Herze sprich dich nur zufrieden,
Und stille deine Bangigkeit,
Dir ist gewisser Trost beschieden.
Gott schicket ihn zu rechter Zeit.
Auf trauren wirst du wieder lachen.
Auf Kummer folgt vergnügter Mut.
Drum lass den lieben Gott nur machen.
Er machet wahrlich alles gut.

   

To the most venerable and most gracious Ms. Grażyna Banduch I dedicate the transcription and the modernized version of the text.

Najczcigodniejszej i najłaskawszej Pani Magister Grażynie Banduchównie poświęcam transkrypcję oraz wersję uwspółcześnioną tekstu.

Text contributed by: Marc Roderich–Pfau
Transcription by: Filip Adam Zieliński
Version in modern German by: Filip Adam Zieliński
Autor transkrypcji i wersji we współczesnym języku niemieckim: Filip Adam Zieliński (April 2020)
e-mail: mailto:f.a.zielinski@interia.pl
Contributed by Filip Adam Zieliński (October 2020)

Georg Philipp Telemann: Short Biography | G.P. Telemann - Use of Chorale Melodies in his works | G.P. Telemann - His Autobiography (Hamburg, 1740)
Discussions: Georg Philipp Telemann & Bach: Part 1 | Part 2 | Part 3
Works: Cantata BWV 141 | Cantata BWV 160 | Cantata BWV 218 | Cantata BWV 219 | Passions-Pasticcio BWV 1088 | Motet Jauchzet dem Herrn, alle Welt, BWV Anh 160 | Cantata Hier ist mein Herz, geliebter Jesu, TWV 1:795 | Cantata Ich freue mich im Herren, TWV 1:826 | Cantata Machet die Tore weit (I), TWV 1:074 | Cantata Der Herr ist König, TWV 8:6 | Brockes Passion, TWV 5:1 | Passions-Oratorium Seliges Erwägen, TWV 5:2
Original German Texts of Telemann's Vocal Works: Sorted by TVWV Number | Sorted by Title | Sorted by Date | Sorted by Event | Music


Texts & Translations: Main Page | Cantatas BWV 1-50 | Cantatas BWV 51-100 | Cantatas BWV 101-150 | Cantatas BWV 151-200 | Cantatas BWV 201-224 | Other Vocal BWV 225-249 | Chorales BWV 250-438 | Geistliche Lieder BWV 439-507 | AMN BWV 508-524 | Other Vocal 1081-1164 | BWV Anh | Chorale Texts | Emblemata | Sources | Poets & Composers
Discussions: Texts: Part 1 | Part 2 | Part 3 | Translations: Part 1 | Part 2 | Part 3 | Part 4




 

Back to the Top


Last update: Friday, September 02, 2022 23:26