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Text for Cantata 207
Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten

Original German Text

English Translation

Dramma per musica

Musical Drama

Glück (Sopran)
Dankbarkeit (Alt)
Fleiß (Tenor)
Ehre (Baß)

Happiness (Soprano)
Gratitude (Alto)
Diligence (Tenor)
Honor (Bass)

1. CHOR

Vereinigte Zwietracht der wechselnden Saiten,
der rollenden Pauken durchdringender Knall!
locket den lüsternen Hörer herbei,
saget mit euren frohlockenden Tönen
und doppelt vermehretem Schall
denen mir emsig ergebenen Söhnen,
was hier der Lohn der Tugend sei!

United dissonance of alternating strings,
the penetrating crash of rolling tympani!
entice the wanton listener hither,
convey by your jubilant tones
and doubly multiplied peals
to those diligent sons devoted to me
what here be the reward of virtue!

2. REZITATIV (Tenor)

FLEIß
Wen treibt ein edler Trieb zu dem,
was Ehre heißt
und wessen lobbegierger Geist
sehnt sich, mit dem zu prangen,
was man durch Kunst, Verstand und Tugend
kann erlangen, der trete meine Bahn
beherzt mit stets verneuten Kräften an!
Was jetzt die junge Hand,
der muntre Fuß erwirbt,
macht, daß das alte Haupt
in keiner Schmach und banger Not verdirbt.
Der Jugend angewandte Säfte
erhalten denn des Alters matte Kräfte,
und die in ihrer besten Zeit,
wie es den Faulen scheint,
in nichts als lauter Müh
und steter Arbeit schweben.
Die können nach erlangtem Ziel, an Ehren satt,
in stolzer Ruhe leben;
denn sie erfahren in der Tat,
daß der die Ruhe recht genießet,
dem sie ein saurer Schweiß versüßet.

Diligence
Whomever a noble impulse drives toward that
which is known as honor
and whose praise-zealous spirit
longs to let shine within him
whatever one can achieve through art,
reason and virtue, he walks upon my path
gallantly, with ever renewed strength!
What now the youthful hand,
the blithe foot, acquires
keeps the aged head from decline
into disgrace or anxious need.
The sapping applied in youth
support later the elder’s waning strength
and those who in the best years of their lives,
so it appears to those considered lazy,
ever toil in nothing but immense effort
and perpetual labor.
They, once their aims are met, full of honor,
live in satisfied peace;
for they learn from their deeds
that one truly enjoys that repose
which has been sweetened by sour sweat.

3. ARIA (Tenor)

FLEIß
Zieht euren Fuß nur nicht zurücke,
ihr, die ihr meinen Weg erwählt!
Das Glücke merket eure Schritte,
die Ehre zählt die sauren Tritte,
damit, daß nach vollbrachter Straße
euch werd in gleichem Übermaße
der Lohn von ihnen zugezählt.

DILIGENCE
But do not pull back your foot
you, who have elected my path!
Happiness marks your stride,
honor numbers your sour steps
so that after the completed course
unto you, in the same abundance,
these will add on a reward.

4. REZITATIV (Sopran, Baß)

EHRE
Dem nur allein
soll meine Wohnung offen sein,
der sich zu deinen Söhnen zählet
und statt der Rosenbahn,
die ihm die Wollust zeigt,
sich deinen Dornenweg erwählet.
Mein Lorbeer soll hinfort
nur solche Scheitel zieren,
in denen sich ein immerregend Blut,
ein unerschrocknes Herz und unverdrossner Mut
zu aller Arbeit läßt verspüren.

GLÜCK
Auch ich will mich mit meinen Schätzen
bei dem, den du erwählst, stets lassen finden.
Den will ich mir zu einem angenehmen Ziel
von meiner Liebe setzen,
der stets vor sich genung,
vor andre nie zu viel
von denen sich durch Müh und Fleiß erworbnen Gaben
vermeint zu haben.
Ziert denn die unermüdte Hand
nach meiner Freundin ihr Versprechen
ein ihrer Taten würdger Stand,
so soll sie auch die Frucht des Überflußes brechen.
So kann man die, die sich befleißen,
des Lorbeers Würdige zu heißen,
zugleich glückselig preisen.

HONOR
To him alone
shall my dwelling be open,
who counts himself one of your sons
and rather than a rosy path,
which shows him ecstasy,
elects for himself your thorny path.
My laurels shall henceforth
only adorn such a head
in which an ever precipitating blood
indicates an undaunted heart
and undeterred valor ready for any work.

HAPPINESS
I too will ever be found, along with my treasures
beside him, whom you have chosen.
I will establish for him a pleasant goal
out of my love,
who always has enough for himself,
but never enough for others
from whom through toil and diligence
inherited the gifts he intended.
If then the tireless hand is adorned
according to the promise of my friend (Honor)
a rank worthy of its labors,
so shall it also reap the fruit of abundance.
Thus one who cultivates himself to be
worthy of laurels will concurrently
prize the blessings of happiness.

5. ARIA (Sopran, Baß); RITORNELLO

EHRE
Den soll mein Lorbeer schützend decken,

GLÜCK
der soll die Frucht des Segens schmecken,

BEIDE
der durch den Fleiß zum Sternen steigt.

EHRE
Benetzt des Schweißes Tau die Glieder,
so fällt er in die Muscheln nieder,
wo er der Ehre Perlen zeugt.

GLÜCK
Wo die erhitzten Tropfen fließen,
da wird ein Strom daraus entsprießen,
der denen Segensbächen gleicht.

HONOR
My laurels shall protectingly blanket him,

HAPPINESS
he shall taste of the fruit of blessing,

BOTH
he shall rise to the stars though diligence.

HONOR
If his limbs be moist with the dew of sweat,
then it drips down into the oyster
where it spawns the pearls of honor.

HAPPINESS
Where the warmed drops flow
there a stream will well up
matching the streams of blessing.

6. REZITATIV (Alt)

DANKBARKEIT
Es ist kein leeres Wort, kein ohne Grund erregtes Hoffen,
was euch der Fleiß als euren Lohn gezeigt;
obgleich der harte Sinn der Unvergnügten schweigt,
wenn sie nach ihrem Tun ein gleiches Glück betroffen.
Ja, zeiget nur in der Asträa
durch den Fleiß geöffneten und aufgeschloßnen Tempel,
an einem so beliebt als teuren Lehrer,
ihr, ihm so sehr getreu als wie verpflicht'ten Hörer,
der Welt zufolge ein Exempel, an dem der Neid
der Ehre, Glück und Fleiß vereinten Schluß
verwundern muß.
Es müße diese Zeit nicht so vorübergehn!
Laßt durch die Glut der angezündten Kerzen
die Flammen eurer ihm ergebnen Herzen
den Gönnern so als wie den Neidern sehn!

GRATITUDE
It is no empty word, no unfounded hope,
which Diligence has shown as your reward;
even if the stubborn mind of the discontent
stays silent when its happiness matches their deeds.
Yes, just as Astraea’s* temple was
opened and unlocked by Diligence,
show, you students so devoted to him as indebted,
a teacher, so beloved as valued,
to the world to come, an example
at which a jealous man must marvel
at the unanimous confluence
of Honor, Happiness and Diligence.
This time must not just pass by!
Let, through the glow of lighted candles,
the flames of your hearts devoted to him
be seen by both backers and those jealous.

7. ARIA (Alt)

DANKBARKEIT
Ätzet dieses Angedenken
in den härtsten Marmor ein!
Doch die Zeit verdirbt den Stein.
Laßt vielmehr aus euren Taten
eures Lehrers Tun erraten!
Kann man aus den Früchten lesen,
wie die Wurzel sei gewesen,
muß sie unvergänglich sein.

GRATITUDE
Engrave this commemoration
in the hardest marble!
But time erodes stone.
Let even more, by your own deeds,
the work of your teacher be apparent!
If one can discern by the fruit
what the roots were like,
then they have to be imperishable.

8. REZITATIV (SATB)

FLEIß
Ihr Schläfrigen, herbei!
Erblickt an meinem mir beliebten Kortten,
wie daß in meinen Worten
kein eitler Wahn verborgen sei.
Sein annoch zarter Fuß fing kaum zu gehen an,
sogleich betrat er meine Bahn,
und, da er nun so zeitig angefangen,
was Wunder, daß er kann sein Ziel so früh erlangen!
Wie sehr er mich geliebt,
wie eifrig er in meinem Dienst gewesen,
läßt die gelehrte Schrift auch andern Ländern lesen.
Allein, was such ich ihn zu loben?
Ist der nicht schon genung erhoben,
den der großmächtige Monarch,
der als August Gelehrte kennet,
zu seinen Lehrer nennet.

EHRE
Ja, ja, ihr edlen Freunde,
seht! wie ich mit Kortten bin verbunden.
Es hat ihm die gewogne Hand
schon manchen Kranz gewunden.
Jetzt soll sein höhrer Stand
ihm zu dem Lorbeer dienen,
der unter einem mächtgen Schutz
wird immerwährend grünen.

GLÜCK
So kann er sich an meinen Schätzen,
da er durch eGunst sich mir in Schoß gebracht,
wenn er in stolzer Ruhe lacht,
nach eigner Lust ergötzen.

DANKBARKEIT
So ist, was ich gehofft, erfüllt,
da ein so unverhofftes Glück,
mein nie genung gepriesner Kortte,
der Freunde Wünschen stillt.
Drum denkt ein jeder auch an seine Pflicht zurück
und sucht dir itzt durch sein Bezeigen
die Früchte seiner Gunst zu reichen.
Es stimmt, wer nur ein wahrer Freund will sein,
itzt mit uns ein.

DILIGENCE
You drowsy ones, come here!
Look upon my Kortte, beloved by me,
how in my words
no vain delusion lies hidden.
Hardly had his still tender foot begun to walk
than he tread upon my path,
and now since he so early began
no wonder that he reached his goal so soon!
How much he has loved me,
how eager he has been in my service,
his learned writings are even read in other lands.
Yet, why do I seek to praise him?
Is he not already esteemed enough,
whom the almighty monarch,
a scholar like August
named as his teacher.

HONOR
Yes, yes, you noble friends,
behold! how I am bound to Kortte.
My weltering hand has already
wound many a wreath for him.
Now his high status shall
serve him as laurels
which under such mighty patronage
will remain perpetually green.

HAPPINESS
Thus he can regale himself in my treasures
since he by your favor is brought to my lap
as he in satisfied rest laughs
after his own passion.

GRATITUDE
Thus is fulfilled what I hoped for,
where such an unexpected happiness
my Kortte, never praised enough,
appeases the wishes of your friends.
Thus everyone also thinks back on his owing
and now seeks to extend to you
by his expressions the fruits of his favor.
It is true, whoever will be a true friend
now joins in with us.

9. CHOR

Kortte lebe, Kortte blühe!
den mein Lorbeer unterstützt,
der mir selbst im Schoße sitzt,
der durch mich stets höher steigt,
der die Herzen zu sich neigt,
muß in ungezählten Jahren
stets geehrt in Segen stehn,
und zwar wohl der Neider Scharen,
aber nicht der Feinde sehn.

Long live Kortte, Kortte flourish!
sustained by my laurels
who himself sits in my lap,
who through me rises ever higher,
who inclines hearts unto himself,
must for innumerable years
continually stand revered in blessing
and though indeed there be hordes of the jealous
may he never behold an enemy.


*Goddess of justice who abandoned earth for heaven after the fall of the golden age


COMPOSED: December 11, 1726 (Leipzig) for the promotion of Dr. Gottlieb Kortte to Professor at the University of Leipzig.
LIBRETTIST: unknown (Perhaps Picander)
TRANSLATION: 2017 © Tobin Schmuck, NYC
Print by permission only, please.
Click here.

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Last update: Friday, December 15, 2017 06:32